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Orbán weg vom Fenster: Die wunderbare Realitätsverweigerung der ADR

Da ist es also passiert: Viktor Orbán, der jahrelang als das große Vorbild für eine reaktionäre Wende in Europa herhalten musste, ist weg vom Fenster. Péter Magyar und seine Tisza-Partei haben mit einer satten Zweidrittelmehrheit abgeräumt. Es riecht förmlich nach dem Ende einer Ära – ein bisschen wie frische Luft nach einem stickigen Keller voller alter Akten und Propaganda. Nach 16 Jahren Demokratierückbau, Korruption und ständiger Gängelung der Medien haben sich die Ungarn ihr Land tatsächlich zurückgeholt.

Für die EU ist das ein Segen. Wladimir Putin verliert seinen wohl wichtigsten, direkten Informanten in Brüssel. Und die USA? Die schauten mit ihrem Versuch, Orbán per Telefon und Unterstützung durch JD Vance noch zu pushen, völlig in die Röhre. Das ganze Konzept, Europa mit Trump-Unterstützung nach rechts zu rücken, ist kolossal gescheitert. Oder wie man es jetzt wohl nennen muss: Make America Go Again.

Man muss sich wirklich wundern, wie die hiesigen Rechten jetzt versuchen, das alles irgendwie in ihr Weltbild zu pressen. Es ist fast schon tragisch, wie Herbert Kickl oder unsere eigene ADR-Truppe versuchen, die Scherben ihres Idols zusammenzukleben. Bei der ADR scheint die Erkenntnis noch nicht so ganz durchgedrungen zu sein – oder vielleicht wollen sie es auch einfach nicht verstehen. Fernand Kartheiser beispielsweise dankt Orbán noch immer für seine „friedensorientierte Außenpolitik“. Dass diese darin bestand, die Ukraine im Stich zu lassen, scheint im ADR-Hauptquartier nur eine Randnotiz zu sein. Aber nun ja.

Fred Keup setzte dann noch einen drauf. Während er in sozialen Medien versucht, die Wahlstatistiken irgendwie zurechtzubiegen – mit einer Rechnung, die bei genauerem Hinsehen vorne und hinten wackelt –, lieferte er einen Kommentar, der eigentlich als schlechter Witz durchgeht. Sein Fazit zum Orbán-Debakel? „Im neuen ungarischen Parlament sind keine Grünen vertreten und auch keine Linken – das ist ein sehr deutliches Zeichen des Volkes.“

Das ist wohl das, was man eine echte Leistung nennt: Mitten in einer historischen Abrechnung der Wähler mit einem autokratischen System nur darauf zu schauen, dass die Grünen fehlen. Man muss es fast bewundern, wie stur man an seinem Weltbild festhalten kann, während um einen herum die ideologischen Karten neu gemischt werden. Ob Keup den Ausgang der Wahl wohl wirklich nicht verstanden hat, oder ob das einfach Selbstschutz ist? Schwer zu sagen.

Sicher ist nur: Die Menschen haben genug von Lügen und Selbstbereicherung. Das ist die eigentliche Nachricht. Und dass das auch in Luxemburg irgendwann ankommen muss, ist eigentlich klar. Aber danke an Fred Keup für den Lacher. In diesen Zeiten braucht man Humor, auch wenn er unfreiwillig ist.

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