Massenabfertigung: Emilia wartet 2 Stunden auf Arzt und ist bitter enttäuscht

Emilia wartet bei einem Kinderhautarzt trotz Kassenvertrag über zwei Stunden. Ihre Mutter kritisiert die Abläufe im vollen Wartezimmer.
Ein Termin, der eigentlich Hoffnung machen sollte, wird für Emilia zu einer Zitterpartie: Bei einem Besuch in einer kinderärztlichen Hautordination musste die 9-Jährige rund zwei Stunden warten.
Ihre Mutter Simone L.. schildert, dass Emilias Beschwerden am Oberkörper rasch schlimmer wurden.. Nach langem Hoffen auf eine zeitnahe Behandlung habe sie schließlich bei einem stark nachgefragten Kinderhautarzt hartnäckig um einen früheren Termin gebeten.. Der Einsatz habe sich gelohnt, denn in der Woche nach dem Telefonat durfte Emilia mit Kassenvertrag zur Ordination kommen.
Dabei ging es offenbar nicht nur um den Termin selbst, sondern vor allem um das, was im Wartezimmer passiert. Misryoum zeigt damit, wie stark Organisation und Durchlaufzeiten den Alltag von Familien mit akuten gesundheitlichen Problemen prägen können.
Am vergangenen Mittwoch wurde der Arztbesuch für Mutter und Tochter dann zur Belastung: Der Wartebereich sei überfüllt gewesen, und vor ihnen hätten noch 17 Patienten anstehen müssen.. Sitzplätze seien rar gewesen, was die Situation zusätzlich verschärft habe.. Während manche warteten, hätten andere die Ordination offenbar verlassen, ohne gesehen zu werden.
Erst nach eineinviertel Stunden im Stehen sei Emilia aufgerufen worden.. Im Behandlungsraum seien sie zunächst erneut allein gewesen, dann folgte aber erneut Wartezeit, diesmal eine halbe Stunde, bis der Arzt tatsächlich dazu kam.. Simone L.. habe beim Blick auf die Uhr schließlich klar aufgeschlüsselt, wie lange der Weg zum Arzt gedauert habe.
Solche Wartezeiten wirken nach innen oft wie eine zweite Hürde: Sie erhöhen Stress und Unsicherheit, obwohl es eigentlich um schnelle Hilfe gehen müsste. Misryoum ordnet das als typisches Spannungsfeld zwischen medizinischem Bedarf und Praxisabläufen ein.
Wie es schließlich weiterging, beschreibt Simone L. nüchtern: Es habe keine längere Begrüßung gegeben, der Ablauf sei nach ihrer Darstellung in wenigen Minuten erledigt gewesen. Der Mediziner habe den Hinweis gegeben, dass der Warteraum voll sei.
Zur Einordnung verweist die ÖGK laut Misryoum darauf, dass die dermatologische Versorgung durch Kassen-Ärzte insgesamt gut sei und in Wien kein genereller Facharztmangel bestehe.. Zudem heiße es, die Termin- und Ablaufplanung liege in der Verantwortung der Vertragsärzte als Inhaber der jeweiligen Praxis.. Gleichzeitig betont die ÖGK, dass auch bei gut gebuchten Kassenpraxen patientenfreundliche Abläufe und kurze Wartezeiten möglich seien.
Simone L.. sieht das anders und sagt, sie sei mit solchen Zuständen nicht zum ersten Mal konfrontiert worden.. Ein Wechsel zu Wahlärzten sei für sie finanziell aktuell keine Option, zumal die Familie den Eindruck hat, dass es gerade bei Kinderärzten oder Zahnärzten ähnlich laufen kann.. Emilia erhielt zwar eine Salbe, doch einzelne schmerzhafte Beschwerden seien weiterhin vorhanden.
Am Ende bleibt für die Mutter vor allem eine Erkenntnis: Selbst wenn der richtige Termin gelingt, können starre Abläufe die Situation verschärfen.. Misryoum berichtet vor diesem Hintergrund, warum angekündigte Maßnahmen zur Entlastung der Versorgung zwar wichtig sind, im konkreten Alltag aber spürbar werden müssen, sonst bleibt die Enttäuschung.