Dekabank: Trotz Rekordjahr bleibt die Geschäftsführung vorsichtig

Es ist schon fast bezeichnend: Draußen vor dem Frankfurter Bürogebäude riecht es nach dem nassen Asphalt eines typischen Frühlingstags, drinnen verkündet die Dekabank absolute Rekordzahlen. Die Zahlen sind wirklich beeindruckend, das muss man sagen. Die Vertriebsleistung stieg um satte 41,3 Prozent auf insgesamt 40,9 Milliarden Euro. Ein gewaltiger Sprung, oder vielleicht war es auch nur eine logische Konsequenz nach den zähen Jahren zuvor? Jedenfalls haben sowohl Privatkunden als auch institutionelle Anleger wie Versicherungen wieder kräftig in Fonds und Zertifikate investiert.
Besonders spannend finde ich ja diesen Run auf die Wertpapiersparpläne. Allein 2025 wurden netto 623.000 neue Verträge unterzeichnet. Das sind insgesamt 8,8 Millionen laufende Sparpläne, ein Anstieg von sieben Prozent. Es scheint, als hätten die Leute ihre Angst vor dem Aktienmarkt endlich ein Stück weit abgelegt. Oder sie brauchen einfach Alternativen zum Sparbuch, wer weiß das schon so genau?
«Der positive Trend hat sich in allen Vertrieben im ersten Quartal 2026 fortgesetzt, das Momentum aus dem letzten Jahr hält bislang an», ließ Vorstandschef Georg Stocker in Frankfurt verlauten. Er klang dabei recht zuversichtlich, obwohl die Weltlage natürlich alles andere als ruhig ist.
Für den März selbst konnte er zwar noch keine konkreten Zahlen präsentieren – aber er betonte, dass es trotz der nervösen Lage im Nahen Osten bisher keine Anzeichen für eine signifikante Trendwende gebe. Die Kunden bleiben investiert, sagt er. Das ist ein interessanter Punkt, weil man ja eigentlich erwarten könnte, dass bei solchem Weltschmerz die Leute ihr Geld eher unter die Matratze legen. Aber nein, die Zahlen sprechen eine andere Sprache, zumindest momentan.
Dennoch, und das ist das eigentlich Wichtige, plant der Vorstand für den Rest des Jahres 2026 eher vorsichtig. Die geopolitischen Spannungen schwingen immer mit, wie ein ungemütlicher Unterton in einer eigentlich guten Nachricht. Für das aktuelle Jahr rechnet die Gruppe nun mit einem wirtschaftlichen Ergebnis von mehr als 700 Millionen Euro. Ein solides Ziel, wenn man bedenkt, wie schnell sich politische Stimmungen an den Märkten ändern können. Mal sehen, ob das Momentum hält – oder ob wir im Herbst schon wieder ganz anders über die Lage sprechen werden.